8 Lieder meines Lebens

Bloggerin Anne sitzt auf der Couch. Vor sich eine Gitarre und denkt über die Songs ihres Lebens nach

Kennst du das?

Du hast gerade jemanden kennengelernt. Schwebst auf Wolke sieben. Draußen scheint die Sonne. Die Schmetterlinge auf der Wiese und in deinem Bauch flattern um die Wette. Und du kriegst das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Oder du hast gerade eine schwere Phase. Alles wächst dir über den Kopf. Zu viele Aufgaben auf einmal. Zu viel Stress. Zu viele Leute, die etwas von dir wollen. Zu viele Erwartungen. Und du würdest dich am liebsten im Bett verkriechen, die Decke über den Kopf ziehen und die Welt einfach aussperren.

Oder es ist endlich Freitag! Die Zeiger steht auf 17 Uhr. Du hast alles Wichtige für heute erledigt. Machst drei Kreuze weil das Wochenende vor der Tür steht und du für heute Abend schon einen Mega-Plan hast: Party mit deinen Freunden ist angesagt! Allein bei dem Gedanken zucken schon die Muskeln in deinem ganzen Körper.

Genau jetzt läuft dein Lied im Radio. Oder genau jetzt entdeckst du einen neuen Wahnsinns-Song in deiner Musik-App.

Und alles passt zusammen:

Deine Stimmung, der Sound und der Liedtext!

Nicht umsonst bemerkte auch der deutsche Komponist Richard Wagner:

Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft.

Musik ist DER Schmelztiegel für unsere Emotionen. Und selbst wenn du gerade Liebeskummer hast und dich eine schnulzige Ballade dazu bringt Rotz und Wasser zu heulen, dann hilft das.

Ohne Witz!

Ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Eine Studie der University of Chicago beweist, dass Menschen in emotionalen Situationen besonders auf ästhetische Erfahrungen in Form von Musik reagieren. Und auch traurige Songs dazu beitragen, dass wir uns besser fühlen. Die Lieder ersetzten quasi den guten Freund, der zuhört oder die beste Freundin, die uns tröstet.

Warum uns Musik auch über Traurigkeit hinweg helfen kann, ist einfach:

Wenn wir uns schlecht fühlen, suchen wir etwas, das die emotionale Lücke ausfüllt oder die negativen Gedanken vertreibt.

Das kann entweder die Ballade sein oder der positive Song mit der „Auf-geht-es-alles-wird-wieder-gut“-Botschaft. Beides funktioniert. Und auch die harten Töne der Lieblings-Heavy-Metal-Band können helfen. Sie wirken laut einer Studie der Universität Queensland auf Fans wie eine „warme Umarmung“.

Und jetzt mal ehrlich:

Du kennst sie doch selber!

Die Musik, die wie oben beschrieben, einfach perfekt in den Moment passt. Oder dich schon bei den ersten Klängen in eine ganz bestimmte Stimmung versetzt, dir Gänsehaut über den Rücken jagt und Erinnerungen heraufbeschwört. Süße oder bittere.

Genau solche Musik – solche Lieder – teile ich heute mit dir.

Lieder, die mein Leben geprägt haben. Die mich geprägt haben. Und die mich teilweise seit Kindertagen begleiten.

Acht an der Zahl sind es.

Die Nummer eins ist Country Roads von John Denver.

Schon seit ich klein bin, gehört das Lied zu meinem Leben. Wenn ich es höre, dann huscht ein Lächeln über meine Lippen.

Ich verbinde es mit zweierlei Sachen:

meiner Heimat

und

meinem Papa

„Country Roads“ war eins der Lieblingslieder meines Papas. Das hat meiner Schwester und mir unsere Mama erzählt. Er selbst konnte es nicht, denn er ist früh gestorben.

Trotzdem: Immer wenn die ersten Gitarrenklänge und die Stimme von John Denver zu hören sind, dann ist er da.

Genauso wie der Gedanke an meine Heimat. Also an den Ort, an dem ich aufgewachsen bin, bis ich 7 Jahre alt war. Das ist Oberviehhausen im niederbayrischen Niederbayern. Drei Bauerhöfe auf einem Berg und in der Mitte ein Wohnhaus – unser Haus.

Dahin führen auch „Country Roads“. Und auch wenn ich schon lange nicht mehr dort wohne, ist es immer noch daheim.

Weiter gehts mit einem, oder besser gesagt 12 Kinderliedern: Die Vogelhochzeit von Rolf Zuckowski

Hach ja, ich kann immer noch alle Texte auswendig. Falls es dir gefällt, hör dir unbedingt auch die anderen Songs an. Damit machst du eine Reise durch ein ganzes Vogelleben. 😉

Die Kassette lief damals im Auto auf und ab. Immer und immer wieder.

Wie meine Mama das ausgehalten hat, ist mir ein Rätsel. Aber naja, es sind wundervolle Kinderlieder. Die mich immer noch zum Mitsingen einladen. Zum Leidwesen aller anderen. Denn gut singen kann ich nicht. Was mich nicht davon abhält es trotzdem zu tun.

Die Vogelhochzeit-Lieder sind für mich eine Reise in meine Kindheit. In bunte Bilder voll von nackt im Plantschbecken herumspringen, auf jeden Baum klettern, Polly-Pocket spielen, riesige Schneemänner bauen, Himbeeren pflücken und einfach glücklich sein.

Weil mir die Lieder von Rolf Zuckowski so gefallen, hab ich einfach meiner kleinen Nichte die CD geschenkt. Jetzt muss sich meine Schwester mit ihr die Vogelhochzeit anhören. Wie bei uns damals: Immer und immer wieder. 🙂

Das dritte Lied meines Lebens ist Culture Beat mit Mr. Vain.

Seltsam eigentlich: Das Lied ist von 1993.

Da war ich gerade mal ein Jahr.

Trotzdem lief es knapp 15 Jahre später noch in der Disco, als ich anfing wegzugehen.

Mein erster Besuch in der Disco. Unsicher, wegen der Bluse, die ich anhatte. Schüchtern am Bier genippt. Unbeholfene Tanzschritte, mit angedeutetem Hüftschwung. Die flackernden Lichter und bunten Laser.

Und der Sound von Culture Beat. Da kommt die Erinnerung wie von selbst. An unschuldige Zeiten. Den Anfang meiner Party-Karriere. 😉

So schüchtern bin ich seitdem nicht mehr. Und doch denke ich oft an das Mädchen, das ich damals war. Was ich ihr jetzt alles sagen würde…

Das vierte Lied ist ein Klassiker: Time to say Goodbye (Con te partiro) von Andrea Bocelli und Sarah Brightman.

Goodbye sagen – das ist eines der schwersten Dinge im Leben.

Meine Mama hat dieses Lied oft gehört nachdem mein Papa gestorben war. Und im Jahr 2014 ist es mir wieder begegnet.

Auch in Zusammenhang mit dem Abschied eines lieben Menschen. Meiner Oma.

Sie gehen zu lassen, war unglaublich schwer. Das Lied ist eine bittersüße Erinnerung an einen wundervollen Menschen, der meine Kindheit und Jugend so unglaublich bereichert hat.

Leider musste sie viel zu früh gehen. Das Goodbye war nicht einfach. Und trotzdem ist es gleichzeitig tröstend, bei den zarten Klängen an die schönen Jahre zu denken, die wir zusammen hatten.

Danke Oma. 🙂

Macklemore und Ryan Lewis mit And we danced ist das nächste Lied meines Lebens.

Dieses Lied erinnert mich an eine ausgelassene Zeit.

Eine Zeit in der ich es, kurz und knapp gesagt, richtig krachen lassen habe.

Jedes Wochenende Party. Und zwar richtig.

Es war eine schöne Zeit. Gleichzeitig natürlich mega-anstrengend. Wenig Schlaf, viel tanzen, viel Alkohol. Ich habe fürs Wochenende gelebt.

Schön war es, unbeschwert aber nicht.

Deswegen weckt dieses Lied auch gemischte Gefühle. Denn es war eine Zeit in meinem Leben, in der ich nicht richtig wusste, wohin mit mir.

Ich war unzufrieden und unsicher. Party war dabei etwas, das immer gut funktioniert hat. Da konnte ich die Zweifel mal ausschalten. Weg waren sie dadurch natürlich nicht.

Ein Lied, dass bei mir Erinnerungen weckt, die so sind wie es auch das Leben oft ist: schön und atemberaubend mit einer leichten melancholischen Schwere.

Das sechste Lied ist ein Weihnachtslied: Mary’s Boy Child von Boney M

Jeder hat eins.

Ein Lieblingsweihnachtslied.

Bei mir ist es der Evergreen von Boney M. Den hört man im Radio leider viel zu selten.

Weihnachtslieder sind wie kleine Seelenfeuer.

Sie machen es einem von innen heraus warm. So ist es auch mit Mary’s Boy Child.

Jeden Advent schallte das Lied durch unsere Wohnung, wenn wir gemeinsam Plätzchen machten. Es roch nach Teig und Tannenzweigen, die Kerzen des Adventskranzes warfen flackernde Schatten an die Wände und ihr Schein spiegelte sich in unseren glänzenden Augen und machte unsere Wagen rot.

So fühlt sich Geborgenheit an. Das ist es, was das Weihnachtsgefühl ausmacht.

Gemeinsam sein. Geborgen sein. Angekommen sein.

Das nächste Lied meines Lebens ist Sugar von Robin Schulz.

Holla, das war ein Sommer damals 2015.

Ich war mit meiner Tante im September im Urlaub. Das hieß: Im Spätsommer nochmal Strand, Meer und an die 30 Grad. Einfach herrlich.

Wir haben es uns gut gehen lassen und die Sonnenstrahlen noch einmal genossen, bevor Herbst und Winter uns einholen konnten. Sugar bringt mir dieses Gefühl von Sommer. Leichtigkeit, Sand zwischen den Zehen, sonnengebräunte Haut, salzigen Meerduft in der Nase und eine Brise in den Haaren, die Abenteuer verspricht.

Gleichzeitig ist Sugar das Lied, das mich sehnsüchtig macht, nach Schmetterlingen im Bauch.

Nach dem Anfang der Liebe. Dem Zauber und dem leichten Gefühl, wie auf Wolken zu gehen.

Eigentlich ist es nur irgendein Song. Nicht mal ein Sommerhit oder ein Liebeslied. Doch für mich ist es genau damit verbunden.

Das achte Lied, ist das, was mein Leben im Moment am Besten beschreibt: Frische Luft von Wincent Weiss

Ich brauch frische Luft, damit ich wieder bisschen atmen kann.
Irgendwo sein, wo ich noch niemals war. Nehm meine Jacke und lauf einfach los.
Wenn was endet fängt was neues an. Muss nur dran glauben und dann wird alles gut.

So singt Wincent Weiss und genauso fühl ich mich.

Naja, ganz passt es nicht, umgedichtet auf meine Situation lautet es ungefähr so:

Ich brauch eine Auszeit, damit ich wieder klar sehen kann.
In Australien sein, wo ich noch niemals war. Nehm meine Jacke und flieg einfach los.

Das passt zwar jetzt nicht mehr ganz zur Melodie, aber das sei mir verziehen. Bitte einfach nicht versuchen es nachzusingen. 🙂

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich mach mich auf in das Abenteuer Australien.

Meine Pläne für die Zukunft waren zwar anders. Nestbau und jobtechnisch Fuß fassen.

Aber wie es so schön heißt:

Leben ist das, was passiert, während du Pläne schmiedest.

Deshalb treib ich auf meiner kleinen Wolke jetzt in eine ganz andere Richtung als geplant. Bis zum nächsten tollen Song, bis zum nächsten Wahnsinns-Lied.

Dass dann wieder große Emotionen weckt und zu einem Lied meines Lebens wird.

Und was sind die Lieder deines Lebens?

Schreib sie mir gerne in die Kommentare.
Ich bin gespannt welcher Songs dir schon bei den ersten Klängen Bilder in den Kopf setzt.

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